Zwischen Analyse und Aktivismus. Nachhaltigkeitswissenschaft im Dialog mit der jungen Generation weiterdenken

Mit dem 2024 gestarteten Projekt „Zwischen Analyse und Aktivismus. Nachhaltigkeitswissenschaft im Dialog mit der jungen Generation weiterdenken“ ermöglichte die saguf einen intensiven intergenerationalen Austausch unter nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaftler:innen. Wirksame transformative, nachhaltige, d.h. auch zukunftsorientierte Wissenschaft, so unser Verständnis, lebt von Dialog und wechselseitigem Lernen zwischen verschiedenen Generationen. Übergreifendes Projektziel war es, die Anliegen und Perspektiven der jungen Generation besser zu verstehen und ihnen in der saguf und anderen Fachgesellschaften stärkeres Gehör und Mitwirkung zu verschaffen. Durch das Zusammenbringen und Reflektieren von multigenerationalen Zugängen werden mittelfristig neue Impulse für eine nachhaltigkeitsorientierte Transformation der Akademien, der Hochschulen und des Wissenschaftssystems insgesamt geschaffen. Der Fokus im 2024 lag auf der Erarbeitung von Wissensgrundlagen durch Hintergrundgespräche, Interviews und einer Umfrage. Im Folgejahr 2025 standen die Vermittlung, Diskussion und Schärfung der erarbeiteten Inhalte im Mittelpunkt, mit dem Zweck diese für die Advocacy-Arbeit für eine transformative Nachhaltigkeitswissenschaft nutzbar zu machen.
Hintergrund und Relevanz
Die sich zuspitzenden sozio-ökologischen Krisen machen die grosse Dringlichkeit einer grundlegenden gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltigkeit noch sicht- und spürbarer. Möglichkeiten der demokratischen Mitwirkung und der Gestaltung von öffentlichen gesellschaftlichen und politischen Debatten befinden sich in grosser Veränderung. Individualisierung, Fragmentierung und Polarisierung vertiefen Gräben, und Vermittlung, Dialog, Mediation für kollektive, nachhaltigkeits-orientierte Anliegen sind mit einem grossen Aufwand verbunden.
Welche Formen der Mitwirkung an einer Nachhaltigkeitstransformation gibt es im Spektrum von Analyse und Aktivismus für die junge Generation von fortgeschrittenen Studierenden, Doktorierenden und Postdocs an Universitäten und ausserakademischen Einrichtungen? Wie kann sich die Nachhaltigkeitswissenschaft im Grundrauschen gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Stimmen, das bisweilen zu einem Dröhnen wird, besser einbringen und Gehör verschaffen? Wie lässt sich das intergenerationale Zusammenstehen für Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit innerhalb der Wissenschaft organisieren und gegenüber Gesellschaft und Politik stärker vertreten und kommunizieren?
Mit dem in den Jahren 2024 und 2025 mit Fördermitteln von SAGW lancierten und durch Milizarbeit der saguf und weiteren Drittmitteln unterstützen Projekt trat die saguf in einen intensiven Austausch mit der jungen Generation von nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaftler:innen. Damit brachte sie das in ihrer Strategie deklarierte Ziel einer stärkeren Berücksichtigung der Anliegen junger Wissenschaftler:innen voran und machte diese für weitere Kreise zugänglich.
Ergebnisse
Die Arbeiten im Jahr 2024 unterstützten die Erarbeitung von Wissensgrundlagen: das bessere Verständnis, den Aufbau des Dialogs und das Klären von Perspektiven. Im Jahr 2025 wurden die erarbeiteten Wissensgrundlagen in Kommunikation und Handeln überführt. Den Anliegen und Perspektiven der jungen Generation von nachhaltigkeitsorientierten Wissenschaftler:innen sollte nicht nur in der saguf und anderen Fachgesellschaften, sondern auch in Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen sowie in gesellschaftlichen Initiativen mehr Gehör verschafft werden. Mittels generationenübergreifender Advocacy-Arbeit wurde versucht, gezielt an der Gestaltung öffentlicher gesellschaftlicher und politischer Debatten mitzuwirken und Einfluss zu nehmen.
Im Projekt wurden 1) zahlreiche Dialoge angeregt und geführt, 2) Wissensgrundlagen aufgebaut und vermittelt sowie 3) Perspektiven und Botschaften entwickelt. Die daraus entstandenen Netzwerkbeziehungen und Inhalte werden im Rahmen der saguf-Aktivitäten weiter fruchtbar gemacht. Das Projekt hat eine einzigartige Grundlage geschaffen, auf die die saguf, die Akademien der Schweiz und die Institutionen weiter bauen können.
Einige der aus dem Projekt entstandenen Publikationen bzw. Kommunikationsprodukte werden auf dieser Seite zur detailierten Betrachtung verlinkt.


