Nachhaltige städtische Ernährungssysteme

Ziele und Fokus

Unter einem Ernährungssystem verstehen wir die Gesamtheit aller für die Lebensmittelversorgung nötigen Aktivitäten und Bereiche innerhalb einer Gesellschaft – von der landwirtschaftlichen Produktion inklusive aller Vorleistungen über die Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung, bis hin zur Lebensmittelzubereitung und dem Konsum sowie der Entsorgung und dem Recycling von Verpackungsmaterial und organischen Abfällen. Die Entwicklung und Ausrichtung von Ernährungssystemen wird von unterschiedlichen Akteuren, den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Märkten, von geltenden Normen und Werten, von Wissen und Technologien sowie von Ernährungsgewohnheiten und Praktiken massgebend geprägt.

Die Arbeitsgruppe «Nachhaltige städtische Ernährungssysteme» fokussiert auf den urbanen Raum mit seinem Umland und interessiert sich für Prozesse, Aktivitäten und Förderung von notwendigem transdisziplinären Wissen, welche eine Transformation städtischer Ernährungssysteme hin zu Nachhaltigkeit begünstigen. Die Arbeitsgruppe bringt Personen zusammen, die sich für die Entwicklung und die konzeptionellen Hintergründe nachhaltiger städtischer Ernährungssysteme in der Schweiz interessieren und die Zusammenarbeit bezüglich dieser Thematik zwischen Forschung, Lehre und Praxis stärken wollen.

Aktuell

Wir möchten zu einem besseren Verständnis der Beziehungen zwischen Stadt und Landwirtschaft beitragen und Bemühungen von Akteuren in der Schweiz – seien dies die öffentliche Hand, die Privatwirtschaft, die Landwirtschaft oder auch Alternative Food Networks – städtische Ernährungssysteme nachhaltiger zu gestalten, sichtbarer machen. Im Jahre 2018 taten wir dies mit der Durchführung eines Expertenworkshops mit dem Titel «Stadt und Landwirtschaft - Erneuerung des Dialogs», zu dem Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Praxis, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft eingeladen wurden, um Grundlagen für eine Auslegeordnung zu einem neuen Verhältnis von Stadt und Landwirtschaft zu erarbeiten. Der Workshop wurde im Rahmen eines von der SAGW finanzierten Kooperationsprojekts in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie (SGA) und der Schweizerischen Gesellschaft für Ländliche Geschichte (SGLG) konzipiert und durchgeführt. Die Resultate dieses Workshops mündeten 2019 im Form des «Diskussionspapier: Stadt und Landwirtschaft im Dialog» vor (in DE und FR).

Leitung: Bettina Scharrer (Leitung; CDE, Universität Bern; E-Mail: bettina.scharrer@cde.unibe.ch)

Mitglieder: Gaëlle Bigler (FRACP), Martina Brun, Jérémie Forney (Universität Neuchâtel), Franziska Götze (HAFL), Ingrid Jahrl (FiBL), Christoph Küffer (HSR), Evelyn Markoni (HAFL), Moritz Maurer (Universität Basel), Heidrun Moschitz (FibL), Joëlle Salomon Cavin (Universität Lausanne)

Weitere Publikationen

  • Moschitz, Heidrun (2018) Where is urban food policy in Switzerland? A frame analysis. International Planning Studies, 23 (2), S. 180-194. (DOI-Link)