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Die Fachgesellschaft setzt sich für die Förderung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung in der Schweiz ein. Sie engagiert sich für inter- und transdisziplinäre, praxis- und lösungsorientierte Forschung.mehr

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Nachhaltige städtische Ernährungssysteme

Ziele und Fokus

Unter einem Ernährungssystem verstehen wir die Gesamtheit aller für die Lebensmittelversorgung nötigen Aktivitäten und Bereiche innerhalb einer Gesellschaft – von der landwirtschaftlichen Produktion inklusive aller Vorleistungen über die Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung, bis hin zur Lebensmittelzubereitung und dem Konsum sowie der Entsorgung und dem Recycling von Verpackungsmaterial und organischen Abfällen. Die Entwicklung und Ausrichtung von Ernährungssystemen wird von unterschiedlichen Akteuren, den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Märkten, von geltenden Normen und Werten, von Wissen und Technologien sowie von Ernährungsgewohnheiten und Praktiken massgebend geprägt.
Die Arbeitsgruppe «Nachhaltige städtische Ernährungssysteme» fokussiert auf den urbanen Raum mit seinem Umland und interessiert sich für Prozesse, Aktivitäten und Förderung von notwendigem transdisziplinären Wissen, welche eine Transformation städtischer Ernährungssysteme hin zu Nachhaltigkeit begünstigen. Die Arbeitsgruppe bringt Personen zusammen, die sich für die Entwicklung und die konzeptionellen Hintergründe nachhaltiger städtischer Ernährungssysteme in der Schweiz interessieren und die Zusammenarbeit bezüglich dieser Thematik zwischen Forschung, Lehre und Praxis stärken wollen.

Aktuell

Wir möchten zu einem besseren Verständnis der Beziehungen zwischen Stadt und Landwirtschaft beitragen und Bemühungen von Akteuren in der Schweiz – seien dies die öffentliche Hand, die Privatwirtschaft, die Landwirtschaft oder auch Alternative Food Networks – städtische Ernährungssysteme nachhaltiger zu gestalten, sichtbarer machen.
Im Januar 2022 konnten fünf Mitglieder der AG mit dem erfolgreich eingereichten Co-Forschungsprojekt «Städte als Triebkräfte für nachhaltige Ernährungssysteme» (CDE und BFH-HAFL) zur Förderung und Erfassung nachhaltiger Ernährungssysteme in Schweizer Städten starten. Im transdisziplinären Projekt werden in Zusammenarbeit mit neun grösseren Schweizer Städten in der Deutsch- und Westschweiz u.a. die laufenden Food-Governance Strategien untersucht und vertieft und bei einer Stadt das Ernährungssystem, bzw. die Lebensmittelflüsse beleuchtet. Durch das Projekt hoffen wir neue Synergien zu gewinnen und einen stärkeren Erfahrungsaustausch mit den Stakeholdern der Schweizer Städte aufzubauen.
Themenfelder, die wir in der AG weiterhin vertiefen möchten, sind die Zusammenarbeit zwischen städtischen und landwirtschaftlichen Akteuren, sowie neue Formen der Vermarktung für Landwirte aus stadtnahen Regionen. Als AG möchten wir notwendiges transdisziplinäres Wissen, welches eine Transformation städtischer Ernährungssysteme hin zur Nachhaltigkeit begünstigt, fördern.

Leitung: Bettina Scharrer (Leitung: CDE, Universität Bern; E-Mail: bettina.scharrer@unibe.ch)

Mitglieder: Gaelle Bilger (FRACP), Martina Brun (CDE), Evelyn Markoni (HAFL), Franziska Götze (HAFL), Matthias Meier (HAFL), Jan Landert (FiBL), Ingrid Jahrl (FiBL), Claudia Zingerli (SNF), Jérémie Forney (UNINE), Florian Rudaz (Agridea), Lena Bloemertz (UNIBAS), Dominique Barjolle (UNIL).

Weitere Publikationen

  • Moschitz, Heidrun (2018) Where is urban food policy in Switzerland? A frame analysis. International Planning Studies, 23 (2), S. 180-194. (DOI-Link)