Environmental Humanities

Ziele und Fokus

Die «Environmental Humanities» wollen die geisteswissenschaftliche Forschung zu Umweltproblemen koordinieren und stärken. Mittels Konzepte und Methoden der Geisteswissenschaften werden die kulturellen, sozialen, historischen und philosophischen Dimensionen von Umweltproblemen untersucht. Die Naturwissenschaften sind ein integraler Bestandteil der Environmental Humanities und erarbeiten naturwissenschaftliche Beiträge zu einem geisteswissenschaftlichen Verständnis von Umweltproblemen.
Das Ziel der Arbeitsgruppe «Environmental Humanities» ist es, die Umweltgeisteswissenschaften in der Schweiz zu stärken und zu vernetzen. Dazu initiierte sie gemeinsame Aktivitäten: regelmässige Treffen und Tagungen, Formulierung einer Forschungsagenda, Koordination und Ausbau von Lehrangeboten an verschiedenen Universitäten, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit wie Vortragsreihen oder Filmzyklen. Die Arbeitsgruppe bringt Forschende aus den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften von Schweizer Universitäten zusammen. Die Webplattform «Environmental Humanities Switzerland» dient als wichtigstes Instrument für die Vernetzung.


Aktuell

Im Jahr 2018 stand die Frage nach der Anwendungsrelevanz der Environmental Humanities (EH) im Zentrum. Dazu wurde eine von der SAGW mitfinanzierte weltweite Befragung von EH-Forschungszentren durchgeführt. Untersucht wurde wie die Gesellschafts- und Politikrelevanz von Geisteswissenschaften von und für die Umwelt gestärkt werden kann. Der Schlussbericht wurde zusammen mit einer deutschen und englischen Zusammenfassung, einem Artikel in GAIA (Kueffer et al. 2018) und einem Blogbeitrag (Kueffer und Hall 2018) publiziert. Ferner veranstalte die AG am Zürcher Biodiversitäts-Festival «Abenteuer Stadtnatur» eine künstlerische Intervention mit dem Titel «Baumgeschichten». Auf einer Tour zu nicht einheimischen Bäumen aus aller Welt erzählten Menschen von ihrer Beziehung zum jeweiligen Baum (http://environmentalhumanities.ch/tree-stories/).
Unter dem Titel «Hot Hot Hot – Klimawandel in der Schweiz» realisierte Flurina Gradin mit Unterstützung weiterer AG-Mitgliedern das Design Symposium 2018 sowie das anschliessende interdisziplinäre Modul für 120 Design-Studierende zum Thema Klimawandel und Design. Auch das Seminar «Concrete jungles: Urban ecology and its design» von Emily Scott (Architekturtheorie) und Christoph Küffer (Ökologie) am Department Architektur der ETH Zürich ist dank der AG entstanden. Es brachte Studierende der Architektur und der Umweltwissenschaften zusammen.

Leitung: Marc Hall, Philippe Forêt und Christoph Küffer

Mitglieder: Samer Angelone (Universität Zürich), Flurina Gradin (ZHdK), Brack Hale (Franklin University Switzerland), Qing Pei (Universität Zürich), Alison Pouliot (Australian National University), Veronika Rall (Universität Zürich), Rory Rowan (Universität Zürich), Juanita Schläpfer-Miller (Zurich-Basel Plant Science Center), Emily Scott (ETHZ/ University of Oregon), Dan Tamïr (Universität Zürich), Katharina Thelen Lässer (Universität Zürich), Cosetta Veronese (HSR Rapperswil), Caroline Wiedmer (Franklin University Switzerland).

Weitere Publikationen

  • Kueffer, C., Hall, M., Forêt, P., 2014: Environmental Humanities. SAGW Bulletin 4/2014, 31-32. (PDF)
  • Forêt, P., Hall, M., Kueffer, C., 2014: Developing the Environmental Humanities: A Swiss Perspective. GAIA 23 /1: 67-69. (PDF)
  • Hall, M. & P. Kupper (eds). 2014: Crossing Mountains. The Challenges of Doing Environmental History. RCC Perspectives 4/2014.